10 Jahre Kleiderladen Patchwork

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Goldene Flicken für die Patchwork-Träger (v.l.n.r.): Friedhelm Selige, Jürgen Kerkhoff, Monika Braun, Martin Henzler-Hermann, Raimund Klenota, Dr. Friedrich Langsam, Hermann Riedle.

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Friedhelm Selige und Monika Braun wurden für ihren Einsatz ausgezeichnet

Voll der Anerkennung haben sich Vertreter von evangelischer und katholischer Kirchengemeinde, Caritas und Diakonie sowie der Stadt über die ökumenischen Patchwork-Kleiderläden gezeigt. Dies brachten sie am 25. September vor rund 100 Gästen bei einer Feier im Heilig Geist-Spital zum Ausdruck. Genau zehn Jahre zuvor war das „soziale Erfolgsprojekt“ an den Start gegangen.
Kunden auf Augenhöhe begegnen
In der Dankandacht zogen der evangelische Pfarrer Martin Henzler-Hermann und der katholische Diakon Raimund Klenota eine Parallele zu einem Wort von Jesus Christus: „Ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben.“ In diesem Sinne sei Patchwork die moderne Umsetzung des biblischen Auftrages. Entscheidend sei, dass die Helferinnen den Kunden „auf Augenhöhe begegnen“, so dass diese ohne Scheu kommen könnten und sich nicht als „Bedürftige“ vorkommen müssten. Schließlich seien die Läden offen für Kunden aus allen sozialen Schichten.

Rund 100 Ehrenamtliche helfen Tausende Stunden
Rund 100 Frauen und ein Mann gehören zum Team. Sie bringen sich im Schnitt drei Stunden pro Woche im Erwachsenen- oder im Kinder-Laden ein, die von Dienstag bis Samstag geöffnet haben. Neben Damen- und Herrenbekleidung gibt es in der Herrenstraße 2 bzw. 10 Freizeit-/Sportbekleidung, Schuhe, Kinderkleidung, Handtücher, Bettwäsche zu günstigen Preisen.
Welche Kunden Patchwork so besuchen führte auf humorvolle Weise der Freiburger Schauspieler Karl Metzler vor, der mit Patchwork-Mitarbeitern Beratungsszenen nachspielte. Zuvor ehrte er Vertreter der Träger, Gründungsväter- und -mütter sowie aktuell Verantwortliche mit „goldenen Flicken“ für den Einsatz im „Flickwerk“, wie er Patchwork eindeutschte.

Viele spenden gut erhaltene Kleidung
Der katholische Pfarrer Hermann Riedle verwies darauf, dass der Laden nur funktioniere, weil Bürger gut erhaltene Kleider spenden. Vom Gewinn (rund 50.000 Euro) geht je ein Drittel an Caritas, Diakonie und an soziale Projekte. Der evangelische Dekan Dr. Friedrich Langsam erklärte, aus dem anfänglichen Stückwerk, sei ein „Meisterwerk“ geworden. Der scheidende Bürgermeister Hans Georg Kraus bezeichnete Patchwork als wichtigen Teil der sozialen Struktur der Stadt.

Monika Braun und Friedhelm Selige für Leitungsdienst ausgezeichnet
Die „wegweisende, konstruktive, ökumenische Zusammenarbeit“ würdigten Ewald Kohler (Caritas) und Friedemann Manz (Diakonie). Patchwork sei ein Baustein im sozialen Netz der Stadt. Sie überreichten die silberne Ehrennadel des Deutschen Caritasverbandes an Monika Braun, die katholische Leiterin von Patchwork, und das silberne Kronenkreuz des Diakonischen Werkes an Friedhelm Selige, ihren evangelischen Kollegen.