Hausabendmahlfeier am Gründonnerstag

Foto: Gemeindefrei

In diesen Tagen gedenken wir des Leidens und Sterbens Jesu Christi, bevor am Ostersonntag dann alle Glocken zu seiner Auferstehung läuten. Besonders am Gründonnerstag gehört dazu das Abendmahl, das gemeinsame Essen und Trinken an seinem Tisch. In diesem Jahr können wir uns nicht zum gemeinsamen Abendmahl treffen. Angesichts dieser Ausnahmesituation hat der Oberkirchenrat beschlossen, in diesem Jahr am Gründonnerstag und Karfreitag eine Hausabendmahlsfeier zu ermöglichen. Die folgende Andacht orientiert sich am Vorschlag des Oberkirchenrates und kann mit der Familie, zur Not auch alleine gefeiert werden.

 

Vorbereitung

Decken Sie den Tisch festlich. Vielleicht mit einer Tischdecke, dazu eine Kerze. Schneiden Sie ein Brot auf und stellen Traubensaft oder Wein bereit, dazu ein schönes Weinglas als Kelch. Vielleicht gibt es im Haushalt ein Kreuz, das auf den Tisch gestellt werden kann (Wenn nicht, kann dies vielleicht mit den Kindern gebastelt werden?).

Eine*r:

Jesus sagt:
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen.“

Gemeinsam:

Wir sind jetzt versammelt.
An unterschiedlichen Orten.
Verbunden im Glauben.

Wir feiern im Namen Gottes.
Des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Eine*r:

Wir beten:

Gott, ich bin hier.
Und Du bist hier.
Ich bete zu Dir.
Und weiß: ich bin verbunden.
Mit Dir.
Mit anderen, die zu Dir beten.
Genau jetzt, genau so.
Wir erinnern uns an dein letztes Mahl,
deine letzte Mahlzeit mit den Freunden.
Es ist der Abend vor Karfreitag.
Ich bin hier.
Und Du bist hier
Das genügt.
Und ich bringe Dir alles, was ist.

Das, was gut ist und gelingt in meinem Leben.

Und das, was schwer ist.

Was mich einengt und schmerzt.

All das vertraue ich dir und deiner Güte jetzt in der Stille an.

- Stille -


Gemeinsam:

Gott, höre auf unser Gebet, erbarme dich!  

Einer*r:

Der liebende Gott hat sich über euch erbarmt. Was gewesen ist, soll euch nicht mehr belasten. Was kommt, soll euch nicht schrecken.

Gottes Güte ist eures Lebens Freude und Kraft. Amen

 

Lied: Bleibet hier und wachet mit mir

online:   youtu.be/5QN9xJEyu7s

 

 

Eine*r:

Als Jesu Weg zu Ende ging,

kam er noch einmal mit seinen Freunden zusammen,

um sich gemeinsam mit ihnen zu stärken

Ich erinnere euch daran.

Es war in der Nacht,

in der er von allen verlassen wurde.

Es war in der Nacht, bevor man ihn verspottete,

ihn verachtete, ihn folterte.

Und ihn ans Kreuz hing.

Es war in der Nacht,

in der es für ihn keine Zukunft mehr zu geben schien.

Daran erinnere ich euch.

In dieser Nacht feierte er noch einmal mit allen, die zu ihm gehörten.

Wir gehören auch zu ihm.


Eine*r liest die Geschichte vom Abendmahl:

Und am Abend kam er mit den Zwölfen. Und als sie bei Tisch waren und aßen, sprach Jesus:

Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isst, wird mich verraten. Da wurden sie traurig und sagten zu ihm, einer nach dem andern: Bin ich's? Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir seinen Bissen in die Schüssel taucht. Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.

(Brot und Traubensaft können beim Lesen gezeigt werden)

Und als sie aßen, nahm er das Brot,

sagte Dank und brach’s,

gab’s seinen Jüngern und sprach:

Nehmet hin und esset, das ist mein Leib,

der für euch gegeben wird.

Das tut zu meinem Gedächtnis.

 

Desgleichen nach dem Mahl nahm er den Kelch,

sagte Dank, gab ihnen den und sprach:

Trinket alle daraus, das ist mein Blut des Neuen Bundes,

das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Das tut zu meinem Gedächtnis.

 

Eine *r:

 

Heute erinnern wir uns daran,

wie es damals war.

Wir teilen Brot und Wein.

Blut und Leib Christl.

 

Gemeinsam Abendmahl feiern:

 

Teilen Sie miteinander Brot und Saft / Wein.

 

Eine *r:

 

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn traut.

 

Brot und Saft werden ausgeteilt. Wer seinem Nachbarn / Nachbarin das Brot reicht, sagt dazu:

Nimm und iss vom Brot des Lebens.

 

Wer seinem Nachbarn / Nachbarin das Brot reicht, sagt dazu:

Nimm und trink vom Kelch des Heils.

 

Entlasswort

 

Wenn alle gegessen und getrunken haben, spricht:

 

Eine *r:

 

Christus spricht: Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Dank sei Dir, Jesus Christus.

 

Gemeinsam:

 

Wir sind verbunden.

Als Menschen miteinander

Als Glaubende miteinander.

Als Glaubende und Menschen mit Dir

Wir beten zu Dir in allem, was ist.

Beten zu Dir mit den Worten,

die uns im Herzen wohnen:

 

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

 

Eine*r:

 

Gott segne uns in dieser Nacht.

Und in allen Nächten unseres Lebens:

 

Gemeinsam:

 

Gott, segne uns und behüte uns.

Gott, lasse dein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig.

Gott, erhebe dein Angesicht auf uns

und schenke uns Frieden.

Amen.

 

(Quellen: Mit Material aus dem Liturgievorschlag des Oberkirchenrates sowie von Pfarrerin Johanna Klee)