Vorschlag für einen Osterspaziergang

Unterwegs mit den Emmausjüngern

Wir laden Sie ein auf einen Osterspaziergang. Sie benötigen dafür die Stationskarten, die Sie in Ihren Händen halten sowie einen Edding-Stift.

Wenn Sie zu zweit zu diesem Spaziergang aufbrechen, können Sie miteinander ins Gespräch kommen. Ebenso ist es möglich, alleine zu gehen. In diesem Fall nutzen Sie die Fragen als Gedankenanstöße, über die Sie auf Ihrem Weg nachdenken können.
Die Texte der Stationen lesen Sie gemeinsam, eine mögliche Aufteilung haben wir durch Einrückung kenntlich gemacht. An jeder Station haben Sie die Möglichkeit, sich auszutauschen. Sie entscheiden selbst, wieviel Zeit sie für diesen Austausch einplanen möchten.
Gehen Sie nun gemeinsam ein kleines Stück, bis sie einen schönen, ungestörten Ort gefunden haben. Dort lesen Sie die ersten Texte.

Station 1: Enttäuschte Hoffnungen

Zwei Jünger waren auf dem Heimweg von Jerusalem in ihr Heimatdorf Emmaus ins Gespräch vertieft. Sie sprachen über all die Dinge, die in Jerusalem geschehen waren: Die Kreuzigung von Jesu, das leere Grab, die Frauen, die in Rätseln sprachen. Was hatte dies alles zu bedeuten? Sie verstanden es nicht. (Nach Lukas 24,13f)

An diesem Ostersonntag/Ostermontag machen wir uns gemeinsam auf den Weg. Zu einem besonderen Osterspaziergang. Wir denken an die beiden Jünger, die sich ebenfalls auf den Weg gemacht haben. Sie wollten zurück nach Hause, denn sie waren traurig. Ihre Hoffnung war enttäuscht worden.

Zu Beginn unseres Weges werden wir still vor Gott und beten:

Gott, wie die Jünger machen wir uns auf den Weg. Wir wollen die Osterfreude entdecken. Aber auch wir können manches nicht begreifen, was gerade passiert.
Was vor wenigen Wochen unvorstellbar war, ist Wirklichkeit.
Jeden Tag spüren wir, wie die Welt sich verändert hat. Wir wissen nicht, wie es weitergehen wird.
Wenn wir daran denken, fühlen wir uns unsicher und manchmal auch ängstlich.
Das macht traurig.
Gerne würden wir Ostern gemeinsam mit
unserer Familie feiern.

Wir denken an die Menschen,
die wir heute vermissen,
die krank sind oder
die wir nicht treffen können.

(Stille)

Auch die Jünger waren traurig und haben
ihre Hoffnung verloren.
Aber du warst bei ihnen.
Wir bitten dich: Geh auch mit uns.
Begleite uns.
Lass uns deine Osterfreude entdecken. 

AMEN.

Gehen Sie Ihren Weg mit offenen Augen weiter und halten dabei Ausschau nach einem größeren Stein am Wegesrand, den sie mitnehmen können.

Dieser Stein ist ein Symbol für Sorgen und Traurigkeit. Die Jünger trugen viele Steine mit sich, denn ihre Hoffnungen, die Sie in Jesus gesetzt hatten, waren enttäuscht. Traurig waren sie auf dem Weg zurück nach Hause.

Welche Hoffnungen haben sich in meinem Leben nicht erfüllt?

Welche Sorgen beschäftigen mich?

Was macht mich traurig?

Behalten Sie Ihren Stein. Er ist ein Symbol für Ihre Sorgen und Ängste.
Und gehen Sie gemeinsam weiter bis zu einer Wegkreuzung.

Station 2: Begegnungen

Ein Fremder kam hinzu. Er fragte: „Über was redet ihr?“ Und sie wunderten sich, dass er noch nichts gehört hatte. Es war bereits drei Tage her, dass Jesus gekreuzigt wurde. Und sie erzähltem ihm von ihrer enttäuschten Hoffnung. Der Fremde erklärte ihnen, dass genauso alles passieren musste. So würde es in der Schrift stehen. So war es schon lange vorhergesagt. (Nach Lukas 24,15-27)

An Wegbiegungen kreuzen sich Wege. Sie eröffnen Wahlmöglichkeiten, Richtungsänderungen und Begegnungen. Manchmal endet auch ein Weg oder ein neuer beginnt. Den Jüngern begegnet an der Wegkreuzung ein Fremder. Noch ahnen sie nicht, wie sehr diese Begegnung sie verändern wird.

Ich erinnere mich daran, wer mich auf meinem Lebensweg begleitet.

Welche Menschen haben mein Leben besonders geprägt?

Für welche Menschen bin ich besonders dankbar?

Gehen Sie Ihren Weg weiter und halten Sie Ausschau nach einem Ort, der Ihnen besonders gut gefällt. An dem Sie z.B. eine schöne Aussicht haben oder der Sie einlädt, kurz innezuhalten und die Schönheit der Natur zu genießen.

Station 3: Erkennen

Langsam wurde es dunkel. Die beiden Jünger luden den Fremden ein, mit ihnen zu essen. Als der Fremde das Brot brach, erkannten sie ihn. Und er verschwand vor ihnen. (Nach Lukas 24,28-31)

Die Jünger haben Jesus nicht erkannt. Den ganzen Weg über war er bei ihnen, aber sie waren mit sich selbst beschäftigt. Sie waren blind für das, was um sie herum passiert ist. Erst als sie gemeinsam am Tisch sitzen und er das Brot bricht, begreifen sie, wer er ist.

Ich bin oft auch blind für die kleinen Dinge, die mich glücklich machen. Bin mit meinen Sorgen beschäftigt, so dass ich nicht sehen kann, was mir Gutes widerfährt.

Was hat mich in den letzten Tagen besonders glücklich gemacht?

Wer war für mich da, obwohl ich es nicht erwartet hätte?

Wenn Sie aufmerksam weiterlaufen, entdecken Sie auf Ihrem Weg sicherlich etwas, dass Ihnen Hoffnung und Freude schenkt, z.B. eine Blume. Suchen Sie ein solches Hoffnungssymbol.


Station 4: Freude

Und sie merkten, dass ihr Herz ihnen von Anfang an zugeflüstert hatte, wer er sei. Sie kehrten um und eilten nach Jerusalem zurück. Dort erzählten sie den Anderen: „Jesus lebt. Er ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden." (Nach Lukas 24,32-35)

Die Freude der Jünger war riesig. Sie ließ keinen Platz für etwas Anderes. Auch nicht für die Sorgen, die sie vorher bedrückten.

Spüren Sie Ihren Stein noch? Betrachten Sie ihn und sprechen dabei gemeinsam das Gebet:

Gott, wir bitten dich um Freude, die unser Herz beschwingt, uns froh und heiter macht, uns lachen und singen lässt.

Um Freude bitten wir dich, Gott, die uns ein Lächeln schenkt für uns selbst, wenn wir uns so bitter-ernst nehmen, ein Lächeln für die Anderen, die uns gut und die uns böse sind.

Gib uns eine Freude, die Arger und Zorn besiegt.

Um Freude bitten wir dich, Gott, die um sich greift und die Schwermut durchdringt, die Ängste verjagt, die Traurigkeit erhellt Und alle Starrheit löst.

AMEN.

Die Freude der Jünger war riesengroß. Alle sollten davon erfahren.

Welche Botschaft möchten Sie in die Welt senden?

Nehmen Sie den Eddingstift und beschriften den Stein mit ihrer Hoffnungsbotschaft. Wenn Sie sich auf den Heimweg machen, suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie Ihren Stein ablegen. Am besten einen Ort, an dem möglichst viele Ihre Botschaft lesen können. Aber bevor Sie aufbrechen, bitten Sie gemeinsam um den Segen Gottes:

Gott, bleibe bei uns mit deinem Segen.

In aller Gefährdung bewahre uns Seele und Leib und lasse unser Leben gelingen.

AMEN

 

(Mit Anregungen von H. Reisner-Baral)