Vorschlag für ein Abendgebet in der Corona-Krise um 19.30 Uhr zu Hause


·       Läuten der Glocken

·       Votum:
Unser Abendgebet steige auf zu dir, Herr,
und es senke sich auf uns herab dein Erbarmen.
Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht.
Lass, wenn des Tages Schein vergeht,
uns leuchten das Licht deiner Wahrheit.
Geleite uns zur Ruhe der Nacht
und dereinst zur ewigen Vollendung.

·       Lied (gesungen oder gesprochen)
Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege, des der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. (Evang. Gesangbuch, 361,1)

Oder: Christus, dein Licht verklärt unsere Schatten (Wowilo 11)

Psalm 25

Vergib mir meine Schuld

 

Nach dir, Herr, verlanget mich.

Mein Gott, ich hoffe auf dich;

lass mich nicht zuschanden werden.

Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret.

Herr, zeige mir deine Wege

und lehre mich deine Steige!

Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!

Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte,

die von Ewigkeit her gewesen sind.

Der Herr ist gut und gerecht,

darum weist er Sündern den Weg.

Die Wege des Herrn sind lauter Güte und Treue

für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.

Um deines Namens willen, Herr,

vergib mir meine Schuld, die so groß ist!

Der Herr ist denen Freund, die ihn fürchten;

und seinen Bund lässt er sie wissen.

Meine Augen sehen stets auf den Herrn;

denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

Wende dich zu mir und sei mir gnädig;

denn ich bin einsam und elend.

Die Angst meines Herzens ist groß;

führe mich aus meinen Nöten!

Sieh an meinen Jammer und mein Elend

und vergib mir alle meine Sünden!

Bewahre meine Seele und errette mich;

lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!

 

·       Ökumenische Bibellese:

17.03.20: Markus 12,1-12
18.03.20: Markus 12,13-17
19.03.20: Markus 12,18-27
20.03.20: Markus 12,28-34
21.03.20: Markus 12,35-37
22.03.20: Predigttext: Jesaja 66,10-14
23.03.20: Markus 12,38-40

 

·       Stille


·       Fürbittgebet

Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in dieser extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken für alle Frauen und Männer, die gewissenhaft
die Versorgung und Infrastruktur unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
und gib ihnen die Gewissheit, dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen und Ressourcen
den aktuellen Anforderungen gerecht werden können.
Wir beten, dass die Zahlen der Infizierten und Erkrankten zurückgehen.
Und wir hoffen, dass in allen Bereichen bald wieder Normalität einkehren wird.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Ja, wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist Ursprung und Ziel von allem, Du allein bist ewig, immer liebend.
Dein Heiliger Geist bewahre unsere Herzen in der Dankbarkeit.
Getragen von einem tiefen Frieden werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht unsere Herzen bereit, offen und aufmerksam füreinander. Amen.
(Hermann Glettler, Bischof von Innsbruck)

 

·       Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsre Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

·       Lied:
Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns Gott mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen.
Und unsern kranken Nachbarn auch.


·       Segen
Der Friede, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.